Veränderung im Leben

Wenn ich mein Umfeld beobachte, stelle ich häufig fest, dass sehr viele einen stetigen Drang zur Veränderung verspüren. Ich selbst eingeschlossen. Auf der einen Seite möchte niemand Stillstand zulassen, auf der anderen Seite sind die Wenigsten bereit, ihre Komfortzone zu verlassen. Woran liegt das und was kannst du dagegen tun?

Das Problem einer Generation

Das Risiko, das mit Veränderungen verbunden ist, ist abschreckend. Für jeden. Aber es scheint, dass insbesondere die Generation “Y” zu bequem geworden ist, Dinge in die Hand zu nehmen und die verrücktesten Träume einfach mal auszuspinnen.

Ich gehöre dieser Generation an und weiß, wovon ich spreche. Mir hat es nie an etwas gefehlt. Ich hatte ein liebevolles Elternhaus, immer ein Dach über dem Kopf und jeden Tag genug zu essen auf dem Tisch. Meine Meinung wurde immer angehört und respektiert. Ich habe keinen Krieg erlebt. Meine Eltern haben mich bei meiner Ausbildung unterstützt und mir immer den Rücken gestärkt. Nun könnte man das “verwöhnt” nennen, aber heutzutage bezeichnet man es vielmehr als “normal”. Die meisten, die ich kenne, hatten ähnliche Voraussetzungen und Kindheitsjahre. Und das ist wunderbar.

Allerdings haben wir nie gelernt, für etwas wahrhaftig zu kämpfen. Und ich rede nicht von Prüfungen an der Uni, bei denen uns Sitzfleisch und Disziplin abverlangt wurde. Was ich meine, sind die tief in der Gesellschaft verankerten Themen, wie etwa Gleichberechtigung, Freiheit, Demokratie oder Frauenrechte. Leider gibt es hier weltweit noch sehr viel Arbeit zu leisten, aber als Kind, das in den 80er Jahren in Deutschland geboren wurde, waren diese Kämpfe kein primäres Thema. Diese Kämpfe wurden schon von unseren Eltern und Großeltern ausgetragen. Unsere Generation wuchs zum großen Teil ohne existenzielle Sorgen auf.

Es scheint als hätten wir nie das Kämpfer-Gen ausreichend entwickelt, das auch zum Erlangen eigener Ziele wichtig ist.

Eigentlich legen wir uns gerne ins Zeug, aber nur wenn die Belohnung auch entsprechend groß ausfällt. Lange Durststrecken sind nicht besonders attraktiv, auch wenn die Möglichkeit bestünde, dass man seinen persönlichen Träumen näherkommt und Erfüllung findet. Es wäre eine unkalkulierbare Investitions- und Erfolgsrechnung, auf die man sich besser nicht einlässt, denn “eigentlich geht es uns ja gut”. So pendeln viele zwischen dem Teufelchen und dem Engelchen; auf der einen Seite, keinesfalls seine Sicherheiten aufzugeben und vernünftig zu bleiben, da es uns an nichts fehlt, und auf der anderen Seite, etwas zu wagen, um sich zu verwirklichen. Wer das Teufelchen oder das Engelchen ist, musst du selbst entscheiden.

Deine Ziele erreichen

Der Schlüssel zur Veränderung und zum Erreichen der eigenen Träume für ein erfülltes Leben ist es, dieses besagte Kämpfer-Gen aus dem Tiefschlaf zu holen. Das ist nicht einfach, wenn es nur selten oder gar nie zum Einsatz kam. Aber es steckt in uns allen und wartet darauf, wach geküsst zu werden. Es braucht nur die richtigen Anreize und ein Ziel vor Augen.

4 Tipps, deinen Zielen näherzukommen:

  1. Visualisiere deine Gedanken
    Der erste Schritt für langfristige Erfolge, ist es die Dinge, die dich bewegen und die du bewegen möchtest, wiederholt vor Augen zu halten. Deshalb schreibe deine Gedanken, Wünsche, Träume, Visionen und Ziele stets auf. Du kannst dazu ein klassisches Notizbuch verwenden, dein letterbook oder Post-its. Wähle, was für dich funktioniert.
  2. Schaffe ein Bewusstsein über dich selbst
    Ein Bewusstsein und Bewusstwerden darüber, wer du bist und was du im Leben willst, ist die wichtigste Übung. Vielleicht wurde dir jahrelang eingeredet, welcher Weg, der richtige für dich ist. Vielleicht hast du auch nie in Erwägung gezogen, dass es andere Möglichkeiten gibt. Oder du bist immer “so in etwas reingerutscht”, das ganz gut funktioniert hat. Beantworte dir diese konkreten Fragen: Was willst du? Spiegelt dich dein derzeitiger Weg zu 100% wider? Bist du glücklich? Kannst du benennen, womit du nicht zufrieden bist? Sei ehrlich zu dir selbst und schreibe auf, wie du dich siehst und wo du stehst.
  3. Benenne deine Vision vom Leben
    Jeder von uns hat Träume, wohin sich sein Leben entwickeln soll. Allerdings benennen die wenigsten ihre Vision und es bleibt ein verschwommenes Bild im Kopf. Doch was wir nicht greifen können, können wir auch nicht erreichen. Nimm den Stift in die Hand und schreibe alle Stickpunkte auf, die du vor Augen hast. Denke daran: Nichts ist unmöglich. Also notiere auch deine scheinbar unerreichbaren Träume.
  4. Formuliere Ziele
    Wahrscheinlich ist die Liste deiner Vision vom Leben sehr lang geworden. Knöpfe dir ein Thema vor, das für dich zum jetzigen Zeitpunkt Priorität hat. Formuliere ein Ziel, das dich dorthin bringt. Schreibe auf, welche ersten Schritte notwendig sind, um dein Ziel zu erreichen. Spätestens jetzt solltest du ein klareres Bild davon haben, was du tun musst, um dich zu verändern; um Bewegung in dein Leben zu bekommen. Das Kämpfer-Gen sollte langsam geweckt worden sein, denn alles wird konkreter und ist nicht mehr so verschwommen. Nutze diese Motivation und beginne direkt damit, erste Aufgaben zur Zielerreichung abzuarbeiten. Wenn du einmal den Stein ins Rollen gebracht hast, wirst du automatisch mitgerissen werden.

Um bei Tiefschlägen nicht in den alten Trott und die gewohnte Bequemlichkeit zurückzufallen, hole deine Aufschriebe heraus und halte dir vor Augen, was du erreichen möchtest. Sie dienen dir als stetige Orientierung auf deinem Lebensweg und helfen dir, deine Gedanken wieder zu sortieren.

In jedem von uns steckt ein Kämpfer. Es muss sich nur zu kämpfen lohnen. Du bist der einzige Mensch, der definiert, was sich für dich lohnt. Und wenn es nicht deine Träume sind, was ist es dann?

 

 

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