Nun war er da, dieser Corona alias Covid-19, der unser Leben auf den Kopf gestellt hat. Jeder von uns ist und war betroffen, egal ob alleinstehend oder in einer Partnerschaft. Corona hat uns alle verändert. Die akute Zeit, in der wir unsere gewöhnlichen Alltagsfreuden, wie Freunde treffen oder der Biergartenbesuch im Sonnenschein, nicht wahrnehmen konnten, liegt zum Glück hinter uns; und wir hoffen alle, dass sie nicht wiederkehrt. Aber im ganz normalen Leben sind wir noch immer nicht zurück.

Für Menschen in Beziehungen bedeutet diese Zeit, neue Seiten aneinander kennenzulernen. Und auch wenn häufig von Krisen und Eskalation die Rede ist, so habe ich doch auch oft gehört, wie erstaunlich gut, viele miteinander zurecht kommen. Wir lernen viel Neues über uns.

Zwangsentschleunigung vs. Superchaos

„Entschleunigung“ ist fast schon ein Modewort. Es ist das, wonach jeder strebt, aber was die Wenigsten wirklich schaffen. Auch viele Paare sehnen sich danach, gemeinsam ruhiger und bewusster durchs Leben zu gehen. Für manche Paare wurde der Wunsch nun Wirklichkeit – gezwungenermaßen. Kein Sozialstress, der den Entschleunigungsplänen in die Quere kam. Und so ganz generell, kaum Pläne, die überhaupt geschmiedet werden mussten, weil Planen plötzlich überflüssig wurde. Womöglich Kurzarbeit, die nicht dem Geldbeutel, aber dafür dem Familienalltag entgegen kam. Und nach dem ersten sozialen Entzugsschock machte sich eine gewisse Grundentspanntheit bei vielen breit. Da wurden nach einem anstrengenden Homeschooling-Tag die eingestaubten Brettspiele mal wieder vom Schrank geholt und der Weiher am Stadtrand erkundet, der schon vor fünf Jahren fällig gewesen wäre.

Für andere Beziehungen wiederum bedeutete Corona: Superchaos. Wie bekommen wir die Betreuung unserer Kinder und das gleichbleibende Arbeitspensum unter einen Hut? Wer von uns macht nun berufliche Abstriche? Wer kann das überhaupt? Und wie lange habe ich meinen Job noch? Insbesondere für Familien mit Kindern, die von einem Tag auf den anderen vor einer neuen Realität standen, wurde die Belastung kaum tragbar. Kein Wunder, dass da auch zu Hause die Fetzen fliegen und Harmonie Flöten geht.

Seid gut zu euch

Egal, wie wir persönlich die Coronazeit erleben, sie bringt neue Seiten von uns und unserem/r Partner/in zum Vorschein. Es ist eine Ausnahmesituation, in der wir täglich lernen. Für alle ist die Veränderung oftmals anstrengend und belastend.

Deshalb ist es wichtig, sich nicht zu sehr unter Druck zu setzen und gut zu sich zu sein. Damit meine ich: Es muss nicht alles so funktionieren wie im Leben vor Corona. Dann stapeln sich eben die schmutzigen Socken im Keller und zwei Tage Fertigpizza hintereinander bringt auch keinen um. Schokolade macht bekanntlich glücklich, also darf sie auch einmal mehr auf der Einkaufsliste stehen als sonst. Macht das, was euch gut tut und euch hilft, die Last von euch zu nehmen – ohne schlechtes Gewissen. Seid schlichtweg gut zu euch. Aber auch zu eurem/r Partner/in. So wie ihr eure Wege und Kanäle habt, die euch in dieser Zeit helfen, hat der/die Andere seine eigenen, über die ihr euch vielleicht wundert. Aber wir sollten alle versuchen, weniger zu verurteilen als vielmehr zu unterstützen, wenn wir merken, dass es die andere Seite braucht. Das bedeutet auch, nicht jede unangebrachte Bemerkung oder Stichelei zu nah an sich herankommen zu lassen. Wir sind alle in einer Ausnahmesituation und da geht man sich halt auch auf die Nerven. Und das ist ok.

Insbesondere in Zeiten, wie diesen, kann Letterbook – das Tagebuch für Paare – eine große Unterstützung im partnerschaftlichen Austausch sein. Erhältlich hier.

Seid gut zu euch und bleibt gesund.

Alles Liebe,

Karen

Unsere Welt wird immer schnelllebiger. Unsere Gesichter sind fast jede freie Minute im Smartphone versunken und offener Blickkontakt auf der Straße ist zur Seltenheit geworden. Wir schreiben hier noch schnell eine Nachricht und dort eine E-Mail, checken noch die eine WhatsApp bevor der facebook-Account dran ist. Alles läuft parallel, denn wir führen unseren Kommunikationsagenten stets mit uns. Diese ständige Erreichbarkeit und Informationsflut überlastest uns. Wo bleibt da die Auszeit?

Erlebe jeden Moment bewusst

Leider nehmen wir uns unsere Auszeit häufig in den falschen Momenten, nämlich dann, wenn die wahre zwischenmenschliche Kommunikation stattfindet. Die persönliche, von Angesicht zu Angesicht. In Gesprächen und im Umgang mit den Menschen an unserer Seite hören wir nicht mehr richtig zu oder sind gedanklich schon bei der nächsten Erledigung. In diesen Momenten versuchen wir durch beiläufige Gesten oder einem simplen „ja, stimmt“ dem Gesprächspartner das Gefühl zu geben, dass wir noch zuhören. Aber der Moment ist verflogen.

Dieses Verhalten kann sehr verletzend sein. Insbesondere wenn der Gegenüber ein emotionales Anliegen hat oder Hilfe sucht. Aber du stößt nicht nur dem anderen vor den Kopf, sondern verschwendest deine eigene Lebenszeit, indem du nicht intensiv lebst. Und dabei ist es gar nicht so schwer:

Achte auf den Moment und lebe ihn im Hier und Jetzt, denn jeder Moment zählt.

Wenn wir uns nur die Zeit nehmen genauer zuzuhören, werden wir nicht nur ein besserer Freund und Ratgeber, sondern gewinnen durch diese Erfahrung für unser Leben hinzu. Es werden Gedanken freigesetzt, die zuvor noch nie angestoßen wurden. Und ganz besonders wichtig: Die Dankbarkeit eines lieben Menschen ist mehr wert als jeder facebook-Like.

5 Tipps Momente genießen zu lernen

  1. Handyverbot am Esstisch
    • Gemeinsam zu Essen ist eines der geselligsten Rituale, die wir Menschen haben. Nur selten kommen wir zusammen und sitzen uns Angesicht zu Angesicht gegenüber. Hier haben wir endlich Zeit füreinander. Jedes gemeinsame Essen birgt das große Potential für tollen Gesprächsstoff. Man teilt Pläne, Erlebtes, Meinungen und erfährt, was im anderen vorgeht. Aber auch, wenn du alleine bist, hast du hier Zeit, deine Gedanken einfach mal schweifen zu lassen. Ist das nicht goldwert? Zerstöre diese besondere Zeit nicht durch ein piepsendes oder vibrierendes Handy auf dem Tisch, und schon gar nicht durch den gelegentlichen Griff zum Phone. Es gibt in 99% der Fälle nichts, was nicht eine halbe Stunde warten kann.
  2. Schaffe ein Ritual für mehr Quality-time

    • Es ist für viele von uns schwer, Ich-Zeit oder gemeinsame Zeit einzuräumen. Es fällt uns immer etwas ein, was noch „schnell“ erledigt werden könnte. Schafft euch ein Ritual, das euch diese Zeit gibt. Das kann ein morgendlicher Tee-Klatsch im Bett sein, die Spazierrunde am Abend mit dem Hund oder das Schreiben in das eigene oder gemeinsame Tagebuch. Wenn ihr eine Routine darin entwickelt, wollt ihr diese Zeit nicht mehr missen und es wird wie Zähneputzen: Weglassen ist irgendwie blöd.
  3. Handyverbot im Schlafzimmer
    • Ich weiß… schon wieder ein „Verbot“. Aber denke darüber nach, ob es für dich nicht ein Mehrwert sein könnte: Jedes Schlafzimmer sollte einen Ruheraum darstellen. Einen Ort, an dem ich mich zurückziehe, um zur Ruhe zu kommen. Das wilde Getippe auf dem Smartphone, um noch die letzten Nachrichten des Tages herauszuschicken, sind dabei nicht förderlich. Stelle dir außerdem vor, wie du und dein Partner aus der Vogelperspektive wirken: Ihr zwei nebeneinander im Bett liegend, auf einen kleinen Bildschirm starrend, eure beiden Gesichter erleuchtet, aber leider keinen Blick für einander. Klingt nicht sehr nach Quality-time, oder?
  4. Meditation zur Bewusstseinserweiterung

    • In letzter Zeit herrscht ein kleiner Hype um dieses Thema. Es scheint eine Livestyle-Erscheinung zu sein, aber Meditation wird schon seit vielen Jahrhunderten in verschiedenster Form angewendet. Und es hält, was es verspricht: Bei regelmäßiger Anwendung hilft es euch Stress abzubauen, das Bewusstsein zu erweitern und die Konzentration zu erhöhen. Die meisten Menschen werden durch Meditation gelassener und lernen, Raum und Zeit für sich zu schaffen. Als blutiger Anfänger empfiehlt es sich einen Kurs zu belegen. Aber auch Apps wie Headspace oder Calm führen dich langsam an die Materie heran und begleiten dich bei deiner Mediation.
  5. Unterstützt euch gegenseitig

    • Wie alles, was man neu erlernt oder wieder lernt, braucht Übung. Und am besten übt man gemeinsam. Gebt euch gegenseitig die Erlaubnis, offen anzusprechen, wenn ihr feststellt, dass der Partner wieder abschweift oder nicht richtig bei der Sache ist. Lernt gemeinsam das Hier und Jetzt schätzen. Wenn ihr euch gegenseitig in dieser Sache unterstützt, werdet ihr mit der Zeit mehr Ruhe in euer Leben bekommen und Momente intensiver erleben.

Ich hoffe in diesem Beitrag waren ein paar Tipps und Anregungen, die Lust aufs Ausprobieren machen.
Wenn ihr mal ein Tagebuch für Paare, Freunde oder Familien ausprobieren wollt, findet ihr hier mehr Informationen zu letterbook.

Ich freue über euer Feedback.

Alles Liebe,

Karen

 

Oft werde ich gefragt, wie letterbook als Tagebuch für Paare helfen kann, dein Leben zu verändern. Wie soll das Schreiben von Briefen dabei helfen können? Meine Antwort darauf: Eure Beziehung wird stark, weil du stark wirst. Im Folgenden möchte ich kurz erklären, was ich damit meine.

Schreiben zur Selbstreflexion

Das Schreiben von Briefen oder eines Tagebuchs ist ein sehr reinigender Vorgang. Denn das Aufschreiben deiner Gedanken gibt dir Zeit, Erlebtes zu reflektieren. An erster Stelle stehst also du. Es dreht sich um dich. Was bewegt dich? Was treibt dich um? Was nimmst du aus einer Erfahrung für dich mit? Durch diese bewusste Auseinandersetzung mit dir selbst, lernst du dich verstehen. Du lernst dich besser kennen und entwickelst eine innere Stärke, die nach außen strahlen kann. Dein neugewonnenes Bewusstsein wirkt sich auf alle Lebensbereiche aus. Und damit auch auf deine Beziehung.

Als Individuum und Paar wachsen

Mir kam die Idee zu letterbook nicht, weil mein Partner und ich in einer Beziehungskrise steckten oder weil wir uns nichts zu sagen hatten. Wir haben das große Glück eine sehr harmonische Beziehung zu führen, in der wir beide großen Wert auf offenen Austausch legen. Dennoch machen wir, wie jeder Mensch, vieles mit uns selbst aus. Manchmal ist man unsicher oder man findet nicht den richtigen Moment, etwas anzusprechen. Oder man misst einer Sache gar keine Bedeutung zu und schiebt es im hektischen Alltag zur Seite. Mit unserem Tagebuch nehmen wir uns jeweils die Zeit, Erlebtes nicht unter den Tisch zu kehren, sondern aus allen guten und schlechten Erfahrungen zu lernen und für die Zukunft etwas mitzunehmen. Auf diese Weise gehen wir aus jeder Situation stärker heraus. Es ist ein laufender Lernprozess für uns selbst und für den Partner. Und das macht es so schön! Wir sehen nicht nur uns selbst wachsen, sondern auch den anderen.

Unsere gemeinsame Beziehung wird stärker, weil jeder für sich stärker wird.

Daneben lernen wir die Gedankenwelt des anderen kennen und verstehen. Dadurch gewinnen wir für unsere Beziehung hinzu und können einander noch besser unterstützen.

letterbook als Werkzeug

Bei dem zuvor beschriebenen Prozess gibt euch letterbook als Lebensbegleiter durch den Alltag eine Hilfestellung. Dieses Tagebuch für Paare ist nicht nur ein Werkzeug, eure Gedanken und Wünsche zu sortieren, sondern es stellt auch die richtigen Fragen, damit ihr euch jeweils und gemeinsam weiterentwickeln könnt. Hier findest du Tipps zur Anwendung von letterbook. Im Handel ist letterbook unter der ISBN 978-3-7448-9470-8 erhältlich oder du kannst es hier online bestellen.

Ich freue mich, wenn du bald wieder vorbeischaust.

Alles Liebe,
Karen