Schreiben hat sich schon oft als reinigende Form der Kommunikation bewährt. Doch was unterscheidet das geschriebene Wort vom gesprochenen? Und was macht es so besonders?

1 Schreiben ist ehrlich

Gedanken sind schnell ausgesprochen. Und so schnell sie mitgeteilt wurden, so schnell vergisst man sie auch wieder. Man überlegt nicht immer zweimal, wie und was man zum Ausdruck bringt. Das ist beim Schreiben anders. Geschriebenes ist für die Ewigkeit. Insbesondere wenn deine Worte an eine andere Person gerichtet sind, wirst du sie genau wählen. Zudem sind wir oftmals mutiger, einer Person etwas in geschriebener Form mitzuteilen als im Gespräch von Angesicht zu Angesicht. Schreiben verhilft dir nicht nur zu Klarheit über dich selbst, sondern bietet auch eine Art Schutzraum, in dem du dich geborgen fühlst und der Mut macht, ehrlich zu sein; zu dir selbst und zu anderen.

2 Schreiben schenkt dir Ich-Zeit

Zeit ist für fast alle Menschen Mangelware. Die meiste Zeit investieren wir in Arbeit, in Hobbys und in den Umgang mit Menschen. Und auch wenn der Sonntagmorgen auf dem Tennisplatz oder das Bierchen am Feierabend in geselliger Runde uns viel Energie schenkt, bleibt die Auseinandersetzung mit sich selbst auf der Strecke. Wenn du beginnst deine Gefühle und Gedanken aufzuschreiben, schenkst du dir diese, für deine Persönlichkeitsentwicklung so wichtige, Ich-Zeit. Aber nicht nur deine persönlichen Erfahrungen, die du beispielsweise in deinem eigenen Tagebuch oder gemeinsamen Tagebuch für Paare verarbeitest, haben in dieser Zeit Platz. Wenn du gerne Geschichten erzählst oder Gedichte schreibst, hilft dir dieser kreative Prozess außerdem, deine individuelle Persönlichkeit zum Ausdruck zu bringen, zur Ruhe zu kommen und deine Gedanken weilen zu lassen. Insbesondere wenn du das ganz altmodisch mit dem Stift in der Hand tust. Diese Art der Entschleunigung macht dich für viele Lebensaufgaben fit und hilft dir, dich auf das Wesentliche zu fokussieren.

3 Schreiben macht glücklich

Wie zuvor beschrieben, steckt Schreiben voller positiver Effekte und Glücklichmacher: Es hilft bei deiner Selbstreflexion und Persönlichkeitsentwicklung. Es ist befreiend und ehrlich. Es ist entschleunigend, folgt nur deinen eigenen Regeln und gibt Raum zur Entfaltung. Und darüber hinaus ist es für die Ewigkeit. Das geschriebene Wort bleibt und du kannst dich noch Tage, Wochen und Jahre später daran erfreuen. Viele von uns kennen das schöne Gefühl ein Tagebuch aus Kindheitstagen in die Hand zu nehmen und darin zu stöbern. Es ist erstaunlich wie viel man vergisst und wie viel man auch noch im Nachhinein über sich selbst lernt. Es ist ein wunderbares Geschenk an dich selbst, schwarz auf weiß zu sehen, wie du dich entwickelt hast. Wenn du außerdem deine Worte mit jemanden in einem Brief oder in eurem gemeinsamen Tagebuch teilst, machst du auch diese Person glücklich. Und bekanntlich trägt das Glück der lieben Menschen an unserer Seite einen großen Teil zu unserem eigenen Glück bei.

Da ich persönlich ein großer Fan vom Teilen bin und das Schreiben vor einiger Zeit für mich wiederentdeckt habe, habe ich letterbook entwickelt. Dieses Tagebuch für Paare, Freunde und Familien ist mein Ort geworden, all die schönen Seiten des Schreibens wirken zu lassen. Wenn du es auch ausprobieren willst, findest du hier mehr Informationen zu letterbook – das Tagebuch für Paare.

Alles Liebe,

Karen

Unsere Welt wird immer schnelllebiger. Unsere Gesichter sind fast jede freie Minute im Smartphone versunken und offener Blickkontakt auf der Straße ist zur Seltenheit geworden. Wir schreiben hier noch schnell eine Nachricht und dort eine E-Mail, checken noch die eine WhatsApp bevor der facebook-Account dran ist. Alles läuft parallel, denn wir führen unseren Kommunikationsagenten stets mit uns. Diese ständige Erreichbarkeit und Informationsflut überlastest uns. Wo bleibt da die Auszeit?

Erlebe jeden Moment bewusst

Leider nehmen wir uns unsere Auszeit häufig in den falschen Momenten, nämlich dann, wenn die wahre zwischenmenschliche Kommunikation stattfindet. Die persönliche, von Angesicht zu Angesicht. In Gesprächen und im Umgang mit den Menschen an unserer Seite hören wir nicht mehr richtig zu oder sind gedanklich schon bei der nächsten Erledigung. In diesen Momenten versuchen wir durch beiläufige Gesten oder einem simplen „ja, stimmt“ dem Gesprächspartner das Gefühl zu geben, dass wir noch zuhören. Aber der Moment ist verflogen.

Dieses Verhalten kann sehr verletzend sein. Insbesondere wenn der Gegenüber ein emotionales Anliegen hat oder Hilfe sucht. Aber du stößt nicht nur dem anderen vor den Kopf, sondern verschwendest deine eigene Lebenszeit, indem du nicht intensiv lebst. Und dabei ist es gar nicht so schwer:

Achte auf den Moment und lebe ihn im Hier und Jetzt, denn jeder Moment zählt.

Wenn wir uns nur die Zeit nehmen genauer zuzuhören, werden wir nicht nur ein besserer Freund und Ratgeber, sondern gewinnen durch diese Erfahrung für unser Leben hinzu. Es werden Gedanken freigesetzt, die zuvor noch nie angestoßen wurden. Und ganz besonders wichtig: Die Dankbarkeit eines lieben Menschen ist mehr wert als jeder facebook-Like.

5 Tipps Momente genießen zu lernen

  1. Handyverbot am Esstisch
    • Gemeinsam zu Essen ist eines der geselligsten Rituale, die wir Menschen haben. Nur selten kommen wir zusammen und sitzen uns Angesicht zu Angesicht gegenüber. Hier haben wir endlich Zeit füreinander. Jedes gemeinsame Essen birgt das große Potential für tollen Gesprächsstoff. Man teilt Pläne, Erlebtes, Meinungen und erfährt, was im anderen vorgeht. Aber auch, wenn du alleine bist, hast du hier Zeit, deine Gedanken einfach mal schweifen zu lassen. Ist das nicht goldwert? Zerstöre diese besondere Zeit nicht durch ein piepsendes oder vibrierendes Handy auf dem Tisch, und schon gar nicht durch den gelegentlichen Griff zum Phone. Es gibt in 99% der Fälle nichts, was nicht eine halbe Stunde warten kann.
  2. Schaffe ein Ritual für mehr Quality-time

    • Es ist für viele von uns schwer, Ich-Zeit oder gemeinsame Zeit einzuräumen. Es fällt uns immer etwas ein, was noch “schnell” erledigt werden könnte. Schafft euch ein Ritual, das euch diese Zeit gibt. Das kann ein morgendlicher Tee-Klatsch im Bett sein, die Spazierrunde am Abend mit dem Hund oder das Schreiben in das eigene oder gemeinsame Tagebuch. Wenn ihr eine Routine darin entwickelt, wollt ihr diese Zeit nicht mehr missen und es wird wie Zähneputzen: Weglassen ist irgendwie blöd.
  3. Handyverbot im Schlafzimmer
    • Ich weiß… schon wieder ein “Verbot”. Aber denke darüber nach, ob es für dich nicht ein Mehrwert sein könnte: Jedes Schlafzimmer sollte einen Ruheraum darstellen. Einen Ort, an dem ich mich zurückziehe, um zur Ruhe zu kommen. Das wilde Getippe auf dem Smartphone, um noch die letzten Nachrichten des Tages herauszuschicken, sind dabei nicht förderlich. Stelle dir außerdem vor, wie du und dein Partner aus der Vogelperspektive wirken: Ihr zwei nebeneinander im Bett liegend, auf einen kleinen Bildschirm starrend, eure beiden Gesichter erleuchtet, aber leider keinen Blick für einander. Klingt nicht sehr nach Quality-time, oder?
  4. Meditation zur Bewusstseinserweiterung

    • In letzter Zeit herrscht ein kleiner Hype um dieses Thema. Es scheint eine Livestyle-Erscheinung zu sein, aber Meditation wird schon seit vielen Jahrhunderten in verschiedenster Form angewendet. Und es hält, was es verspricht: Bei regelmäßiger Anwendung hilft es euch Stress abzubauen, das Bewusstsein zu erweitern und die Konzentration zu erhöhen. Die meisten Menschen werden durch Meditation gelassener und lernen, Raum und Zeit für sich zu schaffen. Als blutiger Anfänger empfiehlt es sich einen Kurs zu belegen. Aber auch Apps wie Headspace oder Calm führen dich langsam an die Materie heran und begleiten dich bei deiner Mediation.
  5. Unterstützt euch gegenseitig

    • Wie alles, was man neu erlernt oder wieder lernt, braucht Übung. Und am besten übt man gemeinsam. Gebt euch gegenseitig die Erlaubnis, offen anzusprechen, wenn ihr feststellt, dass der Partner wieder abschweift oder nicht richtig bei der Sache ist. Lernt gemeinsam das Hier und Jetzt schätzen. Wenn ihr euch gegenseitig in dieser Sache unterstützt, werdet ihr mit der Zeit mehr Ruhe in euer Leben bekommen und Momente intensiver erleben.

Ich hoffe in diesem Beitrag waren ein paar Tipps und Anregungen, die Lust aufs Ausprobieren machen.
Wenn ihr mal ein Tagebuch für Paare, Freunde oder Familien ausprobieren wollt, findet ihr hier mehr Informationen zu letterbook.

Ich freue über euer Feedback.

Alles Liebe,

Karen